Delegationsreise nach Peru und Chile
Die Welt hat sich in den letzten Jahren rasant geändert. Statt zusammenzuwachsen, wie wir nach dem Fall der Mauer hoffen durften, versuchen Großmächte ihre Interessen mit zum Teil rücksichtslosen Methoden durchzusetzen. Der nationale Egoismus greift zunehmend um sich, Demokratien sind unter Druck, und selbst das Existenzrecht einzelner Länder wird infrage gestellt.
In dieser Welt ist es wichtig, verlässliche Partner zu finden, die unsere freiheitlichen Werte teilen und ein unverändert großes Interesse an einem möglichst freien Handel haben. Diversifikation ist das Gebot der Stunde und – um es mit den Worten des kanadischen Ministerpräsidenten Carney zu sagen – Mittelmächte müssen sich zusammenschließen, wenn sie nicht zum willfährigen Spielball der Interessen von Großmächten werden wollen.
Vor diesem Hintergrund habe ich als Mitglied des Deutschen Bundestags eine Reise des Wirtschaftsministeriums unter der Leitung des parlamentarischen Staatsekretärs Rouenhoff nach Peru und Chile begleitet. Beide Länder zeichnen sich durch eine Reihe von Eigenschaften aus, die es für uns und Europa sehr attraktiv machen, bestehende Verbindungen zu intensiveren. Beide Länder
- sind fest in demokratischen Strukturen verankert
- sind offene Volkswirtschaften, die eine Intensivierung von Handel und Direktinvestitionen wollen
- sind rohstoffreich, was für als Industrienation von großer Bedeutung ist.
Unser Interesse an Kupfer, Silber, Molybdän oder Zink ist ebenso groß wie das Interesse dieser Länder an Technologie aus Deutschland für den Rohstoffabbau und die Ertüchtigung der heimischen Infrastruktur.
Begleitet haben uns 18 Firmen aus Deutschland, die zum Teil lang etablierte Partnerschaften pflegen oder an einen Aufbau komplett neuer Wirtschaftsbeziehungen interessiert sind. In zahlreichen Gesprächen mit verschiedenen Ministerien beider Länder (Wirtschaft, Energie, Finanzen, Bergbau, Verkehr) haben wir gemeinsame Interessen ausgelotet. Dabei haben wir in allen Gesprächen signalisiert, wie groß unser Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit ist, was umgekehrt – so mein Eindruck - genauso galt.
Ein besonderes Highlight war die Feier zum Tag der Deutschen Einheit in der chilenischen Botschaft. Es war beeindruckend, zusammen mit 500 Gästen aus Politik und Gesellschaft die Nationalhymnen beider Länder an diesem für uns so bedeutsamen, schicksalhaften Tag zu singen.
Kontakte wurden etabliert und ich freue mich darauf, den Dialog an geeigneter Stelle fortzusetzen. Vielen Dank an alle Gesprächspartner aus beiden Ländern!